Ciao Südinsel - schön wars!

Sonntag, 26.03.2017

Zwei Monate ist der letzte Eintrag schon wieder her? Unglaublich, wie schnell die Zeit dann doch vergeht und was ich schon wieder alles erlebt habe - so viel, dass ich hier gar nicht alles unterbringen kann. Grade sitze ich bei Jamie in meinem neu gewonnenen zweiten Zuhause in Christchurch. Hier habe ich drei Wochen lang gewohnt, währed meiner Arbeit auf dem Bau (total beschissener Job, dafür aber sehr lustige Kollegen) und trotzdem eine gute Zeit gehabt.

Es hat sich seit dem letzten Eintrag so viel getan: Celine ist längst wieder Zuhause, dafür habe ich eine (völlig ungeplante und spontane) richtig geile Zeit mit zwei anderen von Zuhause bekannten Gesichtern gehabt: Til und Paul. Aber alles der Reihe nach:

Wanaka war definitiv eines der Highlights der Südinsel, gleichzeitig aber auch einer der Tiefpunkte bisher. Mein Auto hat uns an den denkbar ungünstigsten Stellen während der letzten 2 Wochen Roadtrip mit Celine im Stich gelassen... Mitten im Milford Sound - 60 Kilometer lang kein Netz, um Hilfe zu holen, zu Beginn eines langen Wochenendes in Wanaka (4 Tage verloren, weswegen wir die Westküste an nur 2 Tagen hinter uns bringen mussten), mitten auf einem Gebirgspass, natürlich auch ohne Netz. Ja, es hat mich einige Nerven gekostet (und auch ein halbes Vermögen für Reperaturen, wodurch ich jetzt finanziell echt zu kämpfen habe) und verkauft bekommen habe ich es letztendlich auch nicht mehr. Insgesamt 2.500 Dollar Verlust - das tut echt weh! Nun steht das blöde Ding irgendwo in Queenstown und ich melde es ab, der Schlüssel ist noch im Auto, vielleicht wird ja irgendwer damit noch glücklich :D

Aber trotzdem wird mir die Südinsel immer in guter Erinnerung bleiben mit ihrer unvergleilichen Landschaft: Milford Sound, die beiden Lakes Tekapo und Pukaki, Mount Cook, Roys Peak, den Gletschern und Abel Tasman. Und auch die Leute mit denen ich diese Landschaft und die ganzen anderen Erinnerungen teilen durfte (ganz viel Liebe an euch!!!)

Mit Til und Paul habe ich die letzten 2 Wochen verbracht und noch zwei weitere Highlights erlebt, eines davon Milford Sound bei perfektem Wetter! Ich hatte eigentlich gar nicht vor nochmal auf eine Bootstour mitzukommen, mich aber dann kurzentschlossen doch dafür entschieden - zum Glück! Bei strahlend blauem Himmel, ganz ohne Wolken und ohne kaputtes Auto am Straßenrand wie beim letzten Mal konnte ich die atemberaubende Fjordlandschaft richtig genießen. In diesen Momenten auf dem Boot wurde mir wie so oft in Neuseeland die Kraft der Natur eindrucksvoll bewusst, aber seht selbst!

Ein weiteres absolutes Highlight folgte im Abel Tasman. Til und Paul überredeten mich (zum Glück!!!!) doch nochmal zu einer Kayaktour. Ich zeigte ihnen also alles, was ich von Troy (unserem Guide von letztem Mal) in Erinnerung hatte und traf ihn an einer Stelle sogar. Er erinnerte sich sogar an mich und freute sich tierisch mich zu sehen, was wiederum mich total gefreut hat :D Nun kam es, dass wir in einer kleinen Bucht vor Adele Island drei kleine Seehundbabys entdeckten. Wir hielten natürlich Abstand, aber die drei schienen uns interessant zu finden und kamen näher, bis sie schließlich ausgelassen über eine Stunde um unsere Kayaks herumtobten, in unsere Paddel bissen und sogar meinen Finger (etwas zu nah) begutachteten. Wir vergaßen komplett die Zeit um uns herum, so magisch waren diese Momente nah mit den Tieren. Als wir uns schließlich von unseren neuen Freunden trennen mussten verfolgten diese uns noch ein ganzes Stück, bis wir sie an Troy und seine Truppe übergaben.

Apropos übergeben: Til und Paul mussten schließlich zurück nach Tauranga um Karl, ihren Van abzugeben und übergaben mich somit an Nadja, mit der ich in denn letzten Tagen den Arthurs Pass, der die Westküste mit Christchurch verbindet, erkundet habe. Ein landschaftliches Highlight hierbei war der Castlehill, eine beeindruckende Felsformation.

Am Mittwoch steht dann noch ein Whale Watching- Flug in Kaikoura an (da gibts bestimmt irgendwann einen Vlog auf YouTube bzw Fotos auf Facebook ;)) - endlich mal Wale sehen! Danach gehts für mich ganz alleine und ohne Auto auf der Nordinsel weiter - wie genau weiß ich noch gar nicht. Ich denke ich werde es vorerst mal mit hitchhiken (trampen) probieren. Das wird auf jeden Fall wieder ein Abenteuer und eine neue große Herausforderung mit vielen Erfahrungen. Hoffentlich positiven, denn die negativen könnten so langsam mal aufgebraucht sein ;)

Soweit erstmal von mir, machts wie immer gut und genießt euren Frühling in Deutschland, hier kommt der Herbst unaufhaltsam näher, es wird spürbar kälter!

Ganz viel Liebe nach Deutschland, euer Michel (der übrigens immer mehr wie Chewbacca aussieht :D)

 

Die ersten Wochen Roadtrip auf der Südinsel (inkl. Skydive!!!)

Mittwoch, 25.01.2017

Oh man ist das schon wieder lange her seit meinem letzten Eintrag! Ich dachte jetzt, wo es ans Reisen geht würde ich mehr Zeit und Ruhe haben um den Blog zu führen - weit gefehlt :D Also versuche ich jetzt hier einfach mal die ersten Wochen meines Roadtrips so gut es geht zusammen zu puzzlen, man vergisst irgendwie recht schnell wieder was man so alles gemacht hat, weil es einfach so unglaublich viel ist: neuer Travelmate, noch ein neuer Travelmate, ein Skydive (auf Deutsch Fallschirmsprung), gaaanz viel Landschaft und leider auch gesundheitlichen Probleme.

Momentan befinde ich mich in Wanaka, bzw am Lake Hawea in der Nähe von Wanaka. Hier habe ich vorgestern einen Skydive aus 12.000 ft gemacht, ein unvergessliches und unbeschreibliches Erlebnis! Am besten schaut ihr mir einfach dabei zu, da bekommt man denke ich den besten Eindruck vom Sprung/Fall/Flug ;) Achja: Oma, ich hab dabei ganz doll an dich gedacht <3

https://www.youtube.com/watch?v=52QZN-SoJrU

Aber erstmal der Reihe nach: Nachdem ich also zu Nina dazugestoßen bin (Ja, jetzt kann ich es wohl endgültig offiziell machen - Marvin und ich werden in Neuseeland nicht weiter zusammen reisen - unsere Ansichten und Vorstellungen vom Reisen sind wohl einfach zu verschieden) sind wir so schnell wie möglich auf die Südinsel übergesetzt und haben dort eine Kayaktour im Abel Tasman Nationalpark gemacht (Auch dazu gibts ein Video: https://www.youtube.com/watch?v=Jw4BX7_DUR8). Dort hatten wir wirklich viel Glück mit unserem Guide (bzw Guido, für die "Insider") Troy, der uns wirklich zu einem unbeschreiblich schönen Tag mit Seehunden, Robben und Pinguinen verholfen hat! Leider hatten wir gegen Nachmittag zu starken Wind um mit dem Kayak zurück zu fahren, also mussten wir laufen. Es gab eine Person, die ihre Schuhe Zuhause gelassen hatte, ratet also wer eineinhalb Stunden auf dem Abel Tasman Track barfuß laufen durfte :D

Nachdem wir das schöne Wetter und die super Landschaft noch ein wenig genossen haben ging es dann weiter zum Wharariki Beach. Dort hatten wir den ersten Regentag, den ich zum Videos schneiden und Karten spielen nutzte. Am nächsten Tag entschieden Nina und ich uns dann einen 5-stündigen Walk vom Campingplatz über den Beach bis zum Farewell Spit (die nördlichste Spitze der Südinsel) zu machen. Der Beach war zwar sehr windig, aber die Dünen dort gaben uns ein wenig das Gefühl, in der Sahara zu sein. Weiter ging es dann über saftige grüne Schafsweiden an der schroffen Küste entlang. Dabei wurden bei mir Erinnerungen an Cornwall wieder wach. Am Ende des Walks wartete dann auch schon ein schöner Pie auf uns, bevor wir zurück zum Campingplatz und zum Auto hitchikten (Trampen nennt man hier Hitchhiken).

Dnach ging es für uns dann langsam zurück Richtung Picton, wo wir unsere "Lieblingsspasten" (ganz viel Liebe an euch!!!!) aus der Bell Lodge von der Fähre abholten, um ein paar wenige schöne gemeinssame Tage zu verbringen und gemeinsam nach Christchurch zu fahren, wo Celine mich für einen Monat besuchen kommen sollte. Die Fahrt nach Christchurch wurde uns etwas dadurch erschwert, dass die eigentliche Route über Kaikoura wegen des Erdbebens noch gesperrt ist. Aber nach 7 Stunden Fahrt im 5er Konvoi (sehr viel Spaß!) kamen wir gut in Christchurch an. Und dann war es auch schon so weit! Celines Flug nach Christchurch stand an und ich holte sie am Flughafen ab. Die Freude über das Wiedersehen war natürlich groß, auch wenn es sich irgendwie nicht so anfühlt als hätten wir uns 4 Monate lang nicht gesehen.

So besteht also unsere Reisegruppe jetzt schon aus 3 Leuten: Nina, Celine und mir. Bald wird auch Simon, den ich während meines Aufenthaltes bei Susi kennengelernt habe, auch dazustoßen. Die ersten Tage mit Celine waren durch etwas schlechtes Wetter etwas negativ angehaucht, aber wir haben trotzdem das beste draus gemacht und an den guten Tagen einiges gesehen. Auch die Autofahrten machen wirklich Spaß, besonders mit lauter Musik :D Nach Lake Tekapo wollten wir eigentlich den Mount Cook sehen, aber das Wetter und eine etwas zu nahe Bekanntschaft mit der Abgrenzung einer der zahlreichen Oneway- Bridgesstatt (zum Glück kam gerade ein Automechaniker vorbei, der uns half den Ersatzreifen aufzuziehen und extra für uns an seinem Wochenende zur Werkstatt fuhr und uns einen neuen Reifen aufzog) machten uns einen Strich durch die Rechnung. Naja, dann muss ich wohl bei besserem Wetter nochmal zurück - was ein Pech aber auch ;D

Als nächstes ging es nach Wanaka - dort war die Wettervorhersage am besten. Hier gefällt es uns so gut, dass wir gleich 3 Nächte bleiben wollten. Vor allem weil ich durch die kalten Nächte (um die 5 Grad im SOMMER - really NZ???) mal wieder Probleme mit meiner Prostitis bekommen habe und NIna sich leicht erkältet hat. Trotzdem wollten wir nicht einfach hier rumsitzen, sondern etwas machen, also entschlossen wir uns kurzerhand für den oben beschriebenen Skydive :D

Heute haben wir auch schon wieder eine extrem anstrengende Wanderung unternommen - rauf auf Roy´s Peak (1567 m hoch). Scheiße war das anstrengend! Aber es hat sich so dermaßen gelohnt, die Blicke waren unbeschreiblich schön! Als nächstes geht es dann morgen nach Dundedin, das Wetter soll auf der ganzen Südinsel bescheiden werden, deswegen wollen wir in eine größere Stadt und von dort aus dan weiterschauen, wo uns das Regenradar hinleitet :D Ich melde mich dann bei Gelegenheit wieder, demnächst wird vermutlich erstmal ein Vlog von unserer Wanderung zu Roy´s Peak auf YouTube hochgeladen werden. Also, bis dann und macht et jut <3

 

Weihnachten am Strand | Ausflüge nach Rotorua und Taupo

Donnerstag, 29.12.2016

Weihnachten am Strand war schon immer ein Traum von mir - das kann ich jetzt auf der Lebensliste abhaken! Auch wenn es ein sehr seltsames Gefühl war ohne die Liebsten, ohne Schnee und ohne Glühwein. So richtig Weihnachtsstimmung wollte nicht aufkommen, erst als wir abends mit dem gesamten Hostel an einer langen Tafel und dem mit Abstand vielfältigsten Weihnachtsbuffet meines Lebens zusammensaßen kam so etwas ähnliches wie Besinnlichkeit auf. Jedes Jahr brauch ich das nicht, da würde mir irgendwie etwas fehlen, auch wenn ich es trotzdem genossen habe.

Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr verbringen wir mit Ausflügen und Kartenspielen im Hostel (an dieser Stelle einmal ganz viel Liebe an die gesamte Bell Lodge- Truppe!!!). Am 26. waren wir zum Beispiel in Rotorua. Nach einem Abstecher in die i-Site (Touristeninformation) und zum Lake Rotorua und der Besichtigung eines (leider nachgebauten) Maori-Dorfes ging es ein Stück außerhalb von Rotorua ins Wai-o-Tapu Thermal Wonderland. Dies ist ein Park in dem hohe vulkanische Aktivitäten die Erde zum Dampfen, Blubbern und Brodeln bringt. Einerseits super beeindruckend, andererseits aber auch etwas beängstigend zu sehen was für eine Gewalt da unter uns herrscht. Natürlich haben wir auch den berühmten "Champagne Pool" gesehen und einnige (hundert) Fotos gemacht. Besonders beeindruckend fand ich persönlich auch einen kleinen See dort, der eine grünlich- gelbe Farbe hatte, die total unnatürlich aussah.

Danach haben wir uns eine kleine Pause im "Kerosine Creek" gegönnt, einem sehr heißen Bach mit Wasserfall und allem. Um den entspannten Muskeln und heruntergefahrenen Kreislauf entgegenzuwirken beschlossen wir dann die Skyline Gondola auf den Berg von Rotorua zu nehmen und dort auf einer Mischung aus Kart und Sommerrodelbahn den Berg hinunterzusausen - super spaßig und einen super Ausblick hatte man auch noch! Von diesem Tag wird es in naher Zukunft auch noch einen Vlog auf YouTube geben ;-)

Gestern ging es dann direkt auf den nächsten Daytrip ins zwei Stunden entfernte Taupo. Der Lake Taupo ist der größte See Neuseelands und von der Stadt aus sieht man auf den Tongariro National Park, in dem mehrere aktive Vulkane stehen, unter anderem auch Mt. Doom aus Herr der Ringe. Sogar Schnee liegt oben auf den Gipfeln (also sogar weiße Weihnachten... irgendwie) Dort werde ich im März auch noch hochwandern gehen, aber nun steht als nächstes erstmal Südinsel auf dem Plan.

Dort haben wir uns zuerst angesehen, wie sich ein Staudamm geöffnet hat und das Wasser die Schlucht herunterschießt, bevor es auf eine Bootstour zu den Maori Carvings ging. Dieses Carving ist leider keine Jahrhunderte alt, wie ich erst gedacht hatte, sondern nur 40 Jahre alt, aber beeindruckend war es trotzdem.

Und zum Abschluss des Tages warteten die nicht ganz so spektakulären Huka Falls auf uns.

Abgesehen davon gibt es aber auch noch große Neuigkeiten: ich habe mich für die nächste Zeit, bis Celine uns besuchen kommt von Marvin getrennt, weil ich nach 3 Monaten eine kleine Pause ganz gut gebrauchen kann. Stattdessen reise ich diese Zeit mit Nina zusammen. Ich werde mich dann nochmal melden!

Silvester werde ich noch hier in der Bell Lodge verbringen und dann am 2. Januar zu Nina dazustoßen, wo auch immer sie dann stecken wird :D Euch deshalb schonmal im Voraus einen guten rutsch ins neue Jahr, auf dass es ein gutes Jahr wird!

Plötzlich obdachlos - Himmel und Hölle

Donnerstag, 29.12.2016

Dieser Eintrag hätte eigentlich schon vor über 2 Wochen hochgeladen werden sollen, irgendwas ist wohl schief gegangen, wie ich jetzt erst bemerkt habe. Aber besser spät als nie ;-)

Liebe Freunde der kalten Heimat, ich weiß heute überhaupt nicht wie ich diesen Blogeintrag anfangen soll, weil so unglaublich viel passiert ist, das ich teilweise immer noch nicht fassen kann… Grob zusammengefasst bin ich obdachlos gewesen, habe meine erste Kündigung bekommen, bin beleidigt und ignoriert worden, habe eine wahnsinnig tolle Truppe im jetzigen Hostel kennengelernt und viele neue Freundschaften geknüpft und meine Freundschaft zu Marvin hat eine harte Zerreißprobe erfahren (die übrigens mehr als erfolgreich war!!!)

Wie ihr ja wisst hatten wir eigentlich vor bis Dezember bei Susi zu arbeiten, weil es uns da so gut gefallen hatte. Doch nach ihrer OP veränderte sich irgendwie alles. Susi fing aus irgendeinem Grund an mich plötzlich zu behandeln als hätte ich ihr etwas schlimmes angetan. Die ganze Tragweite und Dimension die da hinter steckt kann und möchte ich hier nicht öffentlich machen (das würde den Rahmen total sprengen und selbst ich verstehe so einiges noch nicht…), deshalb etwas heruntergebrochen hier die ganze Story:

Eines morgens kam sie plötzlich mit zwei neuen Backpackern aus meinem jetzigen Hostel (u.a. Steffen, mit dem ich mich hier sehr gut verstehe, Grüße an dich :D). Denen hat sie wohl, genauso wie Marvin, erzählt ich sei schwul und in Marvin verliebt und würde ihn total unterdrücken (Hä????!!!!). Später kam dann noch dazu dass sie mich als Lügner und ganz schlimme Persönlichkeit bezeichnete, ich weiß bis heute nicht was ihr Problem mit mir war/ist, denn sie redete die letzte Woche einfach nicht mehr mit mir. Als ich das Gespräch mit ihr suchte um die Sache zu klären drehte sie sich nur weg und meinte sie will nicht mehr mit mir reden, nur noch mit Marvin. Dem erzählte sie dann auch im Auto irgendwelche Sachen über mich, wo wir beide nur den Kopf schütteln konnten. Diese Situation war so absurd, das könnt ihr euch nicht vorstellen!

Für Marvins und meine Beziehung war das ganze auch etwas belastend, da sie ihn ja weiterhin völlig verhätschelte und mich keines Blickes mehr würdigte. Da kommt zwangsläufig schlechte Stimmung auf, besonders wenn die eigene harte Arbeit (die exakt die gleiche war wie Marvins) nicht gewürdigt wird und ihm „in die Schuhe geschoben“ wird. Von Tag zu Tag gab es irgendeine Steigerung, es grenzte zwischenzeitlich schon an einen Psychokrieg, den Susi gegen mich führte. Das für mich schlimmste ist und war die Ignoranz und die Unwissenheit, was ich denn jetzt getan haben soll…

Naja unter dem Strich wurden wir dann gekündigt mit der Begründung, dass sie mich nicht länger ertragen könne (nach all den Tagen, an denen ich mri für sie den Allerwertesten aufgerissen habe?!). Natürlich habe ich das nicht von ihr persönlich erfahren, sondern über Marvin. Kurz vor unserer Abreise versuchte ich erneut ganz ruhig und sachlich nachzufragen was das Problem gewesen sein soll. Die Antwort ist an Dreistigkeit fast nicht mehr zu überbieten: „Michael, I´m really tired.“ Punkt. Das war´s. Ich bat sie daraufhin mir einfach eine SMS zu schreiben („I will think about it.“) – nüscht. Aber Marvin konnte sie gestern eine lange SMS schreiben, wie sehr sie ihn doch vermisse. Irgendwie schon ein bisschen lustig, findet ihr nicht?

 

Aber jetzt genug von Susi, ich bin froh, dass ich diesen Psycho- Terror nun los bin und zusammen mit der besten Hostel- Truppe überhaupt eine super Zeit in der Bell Lodge habe! Hoffentlich finden wir noch einen Job, denn die zwei Wochen bei Susi fehlen uns finanziell natürlich schon. Auf diesem Wege auch nochmal danke an euch leiben Zuhause für die ganze Unterstüzung während dieser zugegeben ziemlich beschissenen und belastenden Zeit, ihr habt mich teilweise echt zu Tränen gerührt mit euren Nachrichten und netten Worten  <3

Erlebt haben wir aber natürlich trotzdem noch etwas positives: ein Besuch in den alten Mienen der Karangahake Gorge. Das war ziemlich spektakulär von der Landschaft her und es war der Wahnsinn in den alten Schächten zu stehen, umgeben von totaler Dunkelheit. Die Schlucht mit dem zugehörigen „Window Walk“ ist auf jeden Fall zu empfehlen!

Heute Abend gehen wir mit dem kompletten Hostel feiern, ich muss mich deswegen mal fertig machen. Euch eine wunderschöne Vorweihnachtszeit, trinkt nicht zu viel Glühwein :P

Euer liebster schwuler, unterdrückender Lügner <3 :D

Hobbiton, Erdbeben und gleich mehrere Wiedersehen

Dienstag, 15.11.2016

Huhu, ich bin´s mal wieder! Das mit jede Woche schreiben hat ja schon wieder super geklappt, aber es ist einfach wieder so viel passiert. Aber bevor ich richtig anfange: mir geht´s super und ich habe nicht wirklich etwas vom Erdbeben gestern Nacht mitbekommen. Betroffen war die Südinsel, vor allem Christchurch und Kaikoura, das durch Erdrutsche völlig von der Außenwelt abgeschnnitten ist. Das Beben hatte die Stärke von 7,3 und es gab den ganzen Tag mehrere Nachbeben, teilweise mit Stärken von bis zu 6,0. Bei Inga und Peter, unserer ersten Station in Christchurch ist zum Glück nichts passiert und auch Alina geht es gut.

So, nun aber zu erfreulicheren Dingen - meinen Erlebnissen seit dem letzten Eintrag :D Letztes Wochenende sind wir auf den nicht weit entfernten Mount Maunganui gewandert, einen erloschenen Vulkan. Der Blick ist wirklich atemberaubend, da hat sich der doch ziemlich steile Aufstieg definitiv gelohnt. Auch wenn ich etwas verkatert vom Feiern am Freitagabend in Tauranga war...

Dabei habe ich gleich mehrere Neuseeländer kennengelernt, die mir nicht glauben wollten, dass wir in Deutschland Jägermeister als Shots trinken. Musste ich ihnen natürlich beweisen - großer Fehler. Daraufhin habe ich von mehreren anderen auch Jägermeister, Bier und anderes ausgegeben bekommen, was zusammen mit dem Wein, den ich vorher schon zusammen mit ein paar anderen Deutschen getrunken hatte, seine Wirkung nicht verfehlt hat. Aber ich hatte meinen Spaß, nur das Aufstehen am nächsten Tag fiel mir etwas schwer ;) Der leichte Schädel verging aber schnell, als ich den wunderschönen Blick vom Mount aus genoss.

Ab Sonntag hieß es dann wieder arbeiten, allerdings mit einer netten kleineren Überraschung: Simon Kam nochmal für ein paar Tage zu uns! AM Freitag gingen wir nochmal alle zusammen feiern, Samstag war das Wetter ziemlich mies, weshalb wir beschlossen unsere Tour nach Hobbiton ans Filmset von Herr der Ringe und Der Hobbit um einen Tag zu verschieben. (Marvins Kater war vielleicht auch ein Grund, aber pssst :D)

Das Wetter am nächsten Tag, dem letzten Sonntag war dann auch tatsächlich etwas besser, sodass wir uns das Set anschauen konnten. Nach ca. 1,5 stündiger Fahrt sahen wir schon von weitem die Menschenmassen, die sich dort tummelten. Unsere Tour war völlig ausgebucht - 40 Leute, davon sehr viele sehr laute Asiaten. Alle 15 Minuten fährt eine neue Tour los, da könnt ihr euch dann ja ungefähr ausmalen wir viel dort los war. Die Tour beginnt mit einer kurzen Busfahrt vom Parkplatz auf die Farm, die das Auenland darstellt. Im Bus gab es einige kleine Filmchen, die uns schon ein paar Informationen lieferten zum Gelände und zum Film. Für unsere Führerin war es die erste Tour, die sie alleine leiten durfte und so ließ sie uns recht viel Zeit für Fotos und zum Umsehen, trotzdem fanden wir die Zeit etwas knapp um alles zu erfassen. Die Infos die sie für uns hatte waren aber super interessant und es war schon toll, die Schauplätze der einzelnen Szenen mal in echt zu sehen. Und einige spannende Details über den Film habe ich durchaus wieder mit nach Hause genommen (erzähle ich euch gerne bei einem gemütlichen Filmabend in Deutschland, das würde den Rahmen dieses Blogs etwas sprengen ;)) Insgesamt würde ich deswegen sagen hat sich Hobbiton schon gelohnt, wobei 80 Dollar für die 2-stündige Tour inkl. einem Bier im Green Dragon definitiv zu teuer ist.

Nach Hobbiton ging es für uns dann mit Susi und ihrer Mutter weiter auf eine knapp dreistündige Fahrt nach Auckland, da Susi dort operiert wurde und sich gewünscht hatte dass wir sie unterstützen. Abends waren wir bei Freunden von ihr, einer super netten brasilianischen Famile mit 2 Kindern spontan zum Essen eingeladen. Die beiden Jungs haben mich sofort zum Fußballspielen im Wohnzimmer angeheuert und der jüngere Junge (6 Jahre alt) fand meinen Schoß wohl ganz gemütlich als Einschlafhilfe :D

Am nächsten Morgen hieß es dann um 5 Uhr aufstehen und Susi ins Krankenhaus begleiten, wo wir über das Fernsehen auf dem Laufenden gehalten wurden was das Erdbeben und eventuelle Tsunamis anging. Danke übrigens für eure ganzen Nachrichten, ob es mir gut geht, es hat mich sehr gerührt wie viele von euch sofort an mich gedacht haben <3

Wir haben dann in Auckland noch gewartet, ob die OP gut verlaufen ist und sind dann wieder Richtung Omokoroa gefahren, um das Haus weiter zu renovieren. Auf dem Weg haben wir noch einen Zwischenstop in Waihi gemacht, dort gibt es eine alte Goldmine zu sehen. Im Visitors Centre gab es auch eine tolle kostenlose Austellung über die Geschichte des Ortes - dachten wir zumindest. Eine Mitarbeiterin sprach uns nach einer Stunde allerdings an und machte uns drauf aufmerksam, dass die Austellung 25 Dollar kosten würde - uuups... Zum Glück scheint es aber öfter vorzukommen, da es wirklich nicht gut ersichtlich war und so drückte sie nochmal ein Auge zu und empfahl uns noch einen Wanderweg um die alte Miene. Die Mine selbst ist wirklich beeindruckend! Einfach ein riesiges, sehr tiefes Loch direkt neben der Stadt. Da das Wetter nicht allzu gut war beschlossen wir aber, den Wanderweg ein andermal zu gehen und nach Hause zu fahren. Donnerstag fahren wir dann wieder nach Auckland um Susi abzuholen und den 74. Geburtstag ihrer Mutter zu feiern, auf dem HInweg wollen wir den Wanderweg dann machen, vielleicht bekommen wir dann eine der Loren auch tatsächlich mal zum Laufen ;)

Also bis dann und macht es alle gut!

Paradisische Strände, reißende Flüsse und eine Menge Arbeit

Dienstag, 01.11.2016

Nach langer Zeit schaffe ich es auch endlich mal wieder mich zu melden. Seit dem letzten mal ist so viel passiert, ich glaube dies hier wird ein sehr langer Eintrag werden. Eines direkt vorweg: mir geht es fantastisch! Wir haben unseren ursprünglichen Plan, die Kiwifarmen abzuklappern nicht durchgezogen - natürlich. Wenn ich eines bisher gelernt habe dann, dass es nie so kommt wie man denkt!

An unserem letzten Tag im Hostel in Auckland habe ich verzweifet nach etwas gesucht, das uns Sicherheit gibt und bin dabei auf Facebook auf ein Angebot gestoßen: ein nettes NZ- Paar suche nach Hilfe bei der Renovierung ihres Hauses und würde uns auch bezahlen, es gebe reichlich gutes Essen und die beiden seien total herzlich und nett. Da musste ich natürlich zuschlagen - besonders des Essens wegen :D Also bewarb ich mich und Susi rief tatsächlich an und es war schnell klar, dass wir unter den vielen anderen Bewerbern das Rennen gemacht hatten. So entschieden wir uns, eine Nacht im Auto zu verbringen und zur Cathedral Cove zu fahren, da es dort einen kostenlosen Schlafplatz auf dem öffentlichen Parkplatz gibt. Und ich muss sagen: die lange Anfahrt (2 Stunden durch enge Kurven und Berge und ca 40 Dollar an Sprit...) hat sich definitiv gelohnt! Cathedral Cove ist ein Paradis und wir hatten das Glück als erstes am frühen Morgen am Strand zu sein. Von der Schönheit könnt ihr euch auch in meinem neuesten Vlog auf Youtube überzeugen (total unauffällige Eigenwerbung, findet ihr nicht auch? ;D)

Selbstverständlich habe ich aber auch einige Fotos für euch, wie immer!

Mit diesen wunderschönen Eindrücken fuhren wir dann nach Omokoroa zu unserer neuen Bleibe und trafen dort auf Susi, eine etwas robust gebaute super nette Neuseeländerin, die uns dann das Haus zeigte. Woraufhin ich ersteinmal einen halben Herzstillstand bekam. Denn das Haus war komplett leer, keine Möbel, nur in einem Raum unsere zwei Betten. Hier sollte ich die nächsten 6 Wochen verbringen? Auf keinen Fall!!!

Doch dann beschloss ich, dem ganzen einen Versuch zu geben und zumindest eine Woche auszuprobieren ob es nicht doch klappt. Und spätestens als Susi mit dem Abendessen kam änderte sich meine Laune schnell, sie kocht reichlich und sehr gut! Die Arbeit ist zwar hart, Fliesen legen, Schuppen abreißen, Fenster schleifen und streichen, aber sie macht auch Spaß und Susi ist super zufrieden mit uns. Sie scheint uns mittlerweile richtig in ihr Herz geschlossen zu haben und tut wirklich alles damit es uns gut geht. Wir wollen mittlerweile gar nicht mehr hier weg, und bleiben deshalb definitiv bis in den Dezember! Die Gegend hat viel zu bieten, das wir an unserem freien Tag unternhemen und entdecken können!

So feierten wir meinen Geburtstag zusammen mit Simon, einem anderen Deutschen der eine Woche geholfen hat (und hoffentlich bald wiederkommt!!!) in einer Bar und mit einem tollen Katerfrühstück von Susi inklusive Kinogutscheinen asl Geschenk und einer Menge Schokolade (ich werde als Kugel wiederkommen, ich schwöre es euch :D), bevor Marvin und ich mit drei Deutschen Mädels zu einem Wasserfall fuhren. Der Weg dorthin war gesperrt, aber wir kletterten trotzdem hinunter und wususten bald auch warum - steile Wege durch die Wildniss und dazu noch Matsch ließen uns bald aussehen wie echte Abenteurer, aber für den Wasserfall lohnte es sich definitiv! Vielleicht kommen wir hier nochmal bei schönerem Wetter her und springen dann in den See! Leider habe ich meine Kamera mit den nicht mit in die Bibliothek genommen, deswegen gibt es nur das Gruppenselfie vom Handy.

Die nächsten Tage verbrachten wir dann wieder mit Arbeit bevor wir am 28.10. mit Simon kurzerhand Whitewater Raftig für den nächsten Tag buchten, da es ein Angebot auf bookme gab. Und ich muss sagen, das war der bisher beste Tag hier in Neuseeland! Ein 6- Meter Wasserfall, reißende Strömung und all das haben wir mit einem einfachen Schlauchboot bezwungen! Ich möchte gar nicht so viel darüber schreiben, denn Bilder sagen manchmal mehr als Worte, deswegen überzeugt euch selbst (kleiner Tipp: zoomt mal an die Gesichter ran, teilweise sehr lustig :D) Links Simon, der Typ rechts ist unwichtig!

Und wie es sich für einen Vlogger gehört, hatte ich natürlich auch die GoPro dabei. In einer wasserdichten Hülle, die ich extra neu gekauft hatte. Die wohl doch nicht so wasserdicht war wie versprochen... Kurz: die Gopro ist kaputt. Aber zum Glück hat Simon auch gefillmt und ich durfte mich an seinen Filmen bedienen, deshalb gibt es doch einen Vlog (Jippiiieh!), der allerdings sehr aufwendig zum Schneiden ist, da ich insgesamt 20-30 Minuten Material auf 4-5 Minuten kürzen muss. Aber seid gespannt, das wird ein super Vlog (hoffe ich)!

Naja und nun sitze ich in der Bibliothek und nutze das Wlan und schwitze vor mich hin (wir haben 27 Grad und keine Klimaanlage...) und freue mich, dass wir hier in Okomoroa sind und es uns so gut geht. Wenn wir das Haus in einen halbwegs bewohnbaren Zustand gebracht haben möchte Susi, dass wir ihr eine Windmühle für den Garten bauen, da freue ich mich schon drauf! Dann bin ich mal nicht mehr die menschliche Abrissbirne - meine Snapchat- Freunde wissen was ich meine :D (für die die es noch nicht sind und gerne werden wollen: michelgwo), sondern hoffentlich zum Don Quichote. Nur andersrum. Also nicht Windmühlen bekämpfen, sondern aufbauen... Ach, ihr wisst schon wie ich das meine :D

Damit mache ich dann auch mal Schluss, die Bibliothekarin schaut schon böse, weil sie gerne zumachen möchte. Ich melde mich dann hoffentlich in einer Woche wieder mit dem Vlog vom Rafting. Bis dahin, hab euch alle lieb und ein ganz ganz großes Dankeschön für die ganzen Glückwünsche zum Geburtstag, ich war wirklich gerührt wie viele von euch an mich gedacht hab! Vermisse euch trotzdem alle total! Euer Michel, hier nun bekannt als "The German Abrissbirne" :D

 

Tschüss Sicherheit, Hallo Abenteuer!

Dienstag, 18.10.2016

Jaja, so schnell kann´s gehen! Drei Wochen haben nun letztendlich auf dem Islandpferdehof bei Inga und Peter im Luxus gelebt. Das merke ich so richtig erst jetzt, wo ich in Auckland im Hostel in einem 6- Bettzimmer zusammen mit fünf Fremden aus fünf unterschiedlichen Nationen schlafe. Mit Yuji, dem Japaner habe ich mich auch schon ganz nett unterhalten. Aber erstmal möchte ich euch ein bisschen über meine Zeit in Christchurch erzählen.

Ich habe die Zeit wirklichsehr genossen, besonders als Peter mit den drei Kindern und später auch Inga zurück kamen. Ich fühlte mich wirklich in die Familie integriert, hatte aber auch genug Raum mich mal zurückzuziehen und ein Video zu schauen. Oder mich mit Alina zu unterhalten, die wir hoffentlich an einem späteren Zeitpunkt wiedertreffen werden! Am letzten Tag haben wir mit Peter die ganzen abgestorbenen Blätter verbrannt, die wir aus den Flex Trees geholt haben. Auf dem Foto zeigt Peter wie hoch der Haufen mal war. Und auch während der Abreit hatten wir jede Menge Spaß, etwa mit dem hofeigenen Quad :D

Klar, allzu viel haben wir nicht von der Gegend gesehen. Um genau zu sein fast gar nichts außer den Strand, an dem auch dieser wunderbare und absolut sehenswerte Vlog entstanden ist (ungenierte Eigenwerbung muss auch mal erlaubt sein :P)

 

Auch auf Rat von Peter entschieden wir uns dann recht spontan (spontan= teuer, die Lektion habe ich schonmal gelernt...) einen Flug nach Auckland zu buchen, da dort der Markt an Autos größer ist und auf der Nordinsel gerade die Kiwisaison startet. Der Abschied von der Familie und vor allem von Alina fiel mir wirklich schwer, dass Inga uns zum Dank für unsere tolle Arbeit noch jeweils 300 Dollar in die Hand drückte machte das ganze auch nicht unbedingt einfacher.

Und so sitze ich nun hier im Hostel und genieße noch das Wlan, denn morgen müssen wir in ein anderes Hostel ohne Wlan umziehen. Und ab übermorgen haben wir endlich ein Zuhause auf vier Rädern! Ein alter Honda Odyssey von 1999, leider schon über 300.000 km gelaufen, aber alles andere konnten wir nicht bezahlen. Bilder werden nachgereicht wenn wir ihn wirklich endgültig haben. Ich hoffe mal es geht alles gut und das alte Schätzchen macht uns keine Probleme. Der Weg zurück von dem Händler (Auckland Budget Cars, ein Familienunternehmen) war ein Abenteuer für sich. Wir mussten uns zu elft in einen 8 Sitzer quetschen, wo dieses schöne BIld entstand. Die Mutter des Händlers setzte uns netterweise direkt vor dem Hostel ab!

Danach haben wir uns Auckland mal zu Fuß angesehen. Der erste Eindruck ist der einer Großstadt - viel Trubel, Hochhäuser, Bankgebäude. Zwischendrin sehr schöne Parks, und es ist ein wenig hügeliger und mindestens eine Nummer kleiner als Hamburg. Den Hafen kann man als Hamburger eigentlich nur belächeln, aber wir haben tatsächlich ein kleines Stück Heimat gefunden ;)

Apropos Heimat: mein Heimweh hat sich ein wenig gelegt, auch wenn es ab und zu wieder in mir hochkommt. Ich denke es ist einfach die Unsicherheit, die diese Reise mit sich bringt. Und natürlich ist es schwer euch alle nicht um mich zu haben. Eine Sache die ich schon jetzt aus Neuseeland mitnehmen werde ist defintiv, dass ich das was ich Zuhause habe mehr zu schätzen gelernt habe. Meine Familie, meine Freunde und alles was so dazu gehört. Eure Nachrichten und die Skype- Gespräche haben mir aber defintiv viel Kraft gegeben und mir sehr geholfen, danke dafür <3

Unser Plan ist es jetzt mit unserem Auto die Kiwifarmen abzufahren und ein bisschen zu arbeiten. Und je nachdem worauf wir dann Lust haben werden wir zwischendurch die Nordinsel erkunden oder vielleicht auch wwoofen. Auch wenn es mir noch schwer fällt - wir lassen uns einfach treiben. Vielleicht lerne ich dadurch ja, mal ein bisschen weniger nachzudenken ;)

Ich werde mich dann wieder melden, sobald ich wieder Wlan habe. Whatsapp geht natürlich nach wie vor, ich habe ja mobiles Internet. Danke für´s Lesen, macht es alle gut, ich vermisse euch! <3

Zwischen Unkraut und Jägermeister

Donnerstag, 06.10.2016

Über eine Woche bin ich jetzt hier, es fühlt sich viel länger an! So langsam bekomme ich richtig Lust aufs Reisen und hoffe, dass wir bald ein Auto finden. Eine Überlegung, auf die uns Sabine gebracht hat ist es nach Auckland zu fliegen, dort ein Auto zu kaufen und dann erstmal die Nordinsel zu machen. Dort gibt es momentan ein größeres Angebot an Campervans und wohl auch mehr Jobs im Bereich Fruitpicking. Morgen kommt erstmal eine Deutsche mit ihrem Auto vorbei, vielleicht ist das ja schon bald unser neues Heim!

Die Tage hier auf dem Islandpferdehof sind von der Arbeit her recht eintönig: Unkraut zupfen, Unkraut zupfen und - ihr ahnt es - Unkraut zupfen. Aber mit unserer Mitwwooferin Alina verstehe ich mich super und wir hatten am Dienstag einen sehr lustigen Abend (ja, mit ein ganz bisschen Jägermeister und Gitarre :D). Vorher waren wir zum Abendessen und anschließendem siedeln (Die Siedler von Catan, in meiner Familie ein Spiel mit langer Tradition) wieder bei Sabine. Dort können MArvin und ich im November für ein paar Wochen unterkommen, ich freue mich schon drauf! Mit unserem schönen 3er WG- Leben ist es morgen dann allerdings vorbei, wenn Peter mit den Kindern wiederkommt. Einerseits natürlich schade, andererseits ist dann endlich mal richtig Leben in der Bude!

 

Heute haben wir es uns mal erlaubt, ein bisschen weniger zu arbeiten und vormittags erst ein KOnto bei der Kiwibank eröffnet (viel viel einfacher als in Deutschland!), endlich die Steuernummer zu beantragen und danach nochmal das Canterburry Museum zu besuchen, das wir ja bei unserem ersten Besuch nur eine dreivieertel Stunde erkunden konnten. Besonders spannend fand ich die Erfahrung mit einer VR- Brille auf einem virtuellem Flug inklusive einer virtuellen Reise nach Hongkong und auf die Fijis. Krass, was die Technik schon alles möglich macht!

Jetzt machen wir uns zur Feier des Tages eine schöne Ente, letzte Woche eigens von Alina geschlachtet worden. Gekocht habe ich hier so viel und aufwendig wie wohl noch nie (Lasagne und Ente als Highlights). Ich melde mich die Tage wieder, hab euch alle lieb!

Nach 4 Tagen endlich (richtig) angekommen

Samstag, 01.10.2016

Hallo zusammen!

Ja, ich habe mich jetzt doch entschlossen einen Reiseblog zu schreiben, da das mit dem angedachten YouTube Kanal leider nicht wirklich realisierbar ist (WLAN ist hier meist Mangelware, hochladen wird also echt schwer). Für diejenigen die mich noch nicht kennen: ich bin Michel, noch 19 Jahre alt aus der Nähe von Hamburg. Und befinde mich gerade am Anfang meines Work and Travel Abenteuers in Neusseland. Unterwegs bin ich mit meinem Kumpel Marvin, der hoffentlich auch nach der Reise noch mein Kumpel ist ;) Geplant sind 9 MOnate und danach noch einen Monat Thailand, bei den Kosten die hier auf uns einprasseln könnte es aber auch kürzer werden, wir werden sehen :D

Die ersten 4 Tage sind eigentlich recht schnell zusammengefasst: Heimweh, Abbruchgedanken, Zweifel und negative Stimmung - ab und zu auch mal kurze Zuversicht - das wird schon irgendwie. Und zum Glück gibt es ja noch Skype, soadass Mama und Papa mir etwas Mut rüberschicken können - danke dafür! <3 Wie ich halt immer so bin, viel zu viele Gedanken. Und das obwohl wir hier auf einem traumhaften Islandpferdehof an der Küste in der Nähe von Christchurch leben. Gut, es ist zeimlich einsam, unsere Hosts sind im Urlaub und kommen erst in einer Woche wieder. Also haben wir den Hof zusammen mit Alina, einer anderen Wwooferin aus Lüneburg (Mama, sie ist auch immer auf dem Kronshof Special und kennt auch Godemoor) zu bewirtschaften. Marvin und ich haben eine immense Lste bekommen, was zu tun ist. Heute sind wir mit dem Bäume einpflanzen fertig geworden - über 40 Stück!

Gestern hat uns Alina relativ spontan mit ins Museum nach Christchurch genommen, wo wir eine Freundin von INga getroffen haben. Das Museum war super interessant und dazu noch kostenlos! Danach ging es auf einen kurzen Spaziergang mit Sabine und ihrer Familie durch den wunderschönen Park. Sabine, auch deutsche Auswanderin lud uns prompt zum Abendessen ein - Käsespätzle *-* Und zwar verdammt gute! Nach dem Essen wurde nich Monopoly mit der Tochter gespielt ehe wir völlig müde, aber das erste mal beschwingt, wieder ins Bett fielen. Heute war dann für mich der erste Tag, an dem es mir ganz gut ging, kaum noch negative Gedanken! Ich hoffe also dass ich jetzt endlich in Neuseeland angekommen bin und bereit bin für die Herausforderungen der nächsten Monat. Ich lasse von mir hören! Hab euch alle lieb und denke ganz viel an euch!!!